Der Berliner Klimaexperte Peter Jelinek hat am Sonntag, den 15. März 2026 im Bürgerbahnhof Dorsten klargemacht: Die AfD leugnet den menschengemachten Klimawandel nicht aus Unwissenheit – sondern aus politischem Kalkül.
Auf Einladung von „Wir in Dorsten gegen Rechts” sprach Jelinek vor mehr als 80 Zuhörerinnen und Zuhörern über die Klimapolitik der AfD, ihre Kommunikationsstrategie und die geopolitischen Hintergründe des Europäischen Green Deals. Der Politikwissenschaftler hat mehrere Jahre für den EU Green Deal gearbeitet und ist heute im politischen Berlin tätig.
Sein Befund war eindeutig: Das AfD-Wahlprogramm 2025 behauptet, der wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel sei „politisch konstruiert“. Dabei belegen 88.000 ausgewertete Studien, dass 99,9 Prozent der Klimaforscherinnen und -forscher den Menschen als Hauptursache der Erderwärmung benennen. „Das ist keine Meinung, das ist Physik“, sagte Jelinek.
Klimaschutz als Sicherheitspolitik
Jelinek rückte den Klimaschutz aus der Öko-Ecke in die geopolitische Realität: Europa habe sich bei fossilen Energien jahrzehntelang von Russland abhängig gemacht – 40 Prozent des europäischen Gases, mehr als ein Viertel des Öls kamen 2021 aus Russland. Der EU Green Deal war der Versuch, diese Abhängigkeit zu beenden und gleichzeitig Europas Industrie in der globalen Energiewende zu positionieren. China baut bereits mehr als 90 Prozent der weltweit neu installierten Solaranlagen. Wer heute Klimaschutz abbaut, so Jelinek, verschenkt wirtschaftliche Zukunft – und politische Unabhängigkeit.
Die Strategie der Ablenkung
Den dritten Teil seines Vortrags widmete Jelinek der Kommunikationsstrategie der extremen Rechten. AfD, rechte Medien und internationale Netzwerke bildeten ein arbeitsteiliges Ökosystem, das Narrative setzt, verstärkt und in den demokratischen Diskurs trägt – bis hinein in CDU und FDP. Das Klimathema diene dabei als Kulturkampf-Instrument: Ablenkung im Vordergrund, Machtausbau im Hintergrund. Diskursmacht, so sein Fazit, entsteht nicht zufällig – sie wird organisiert, geplant und mit langem Atem betrieben.
Das Publikum diskutierte im Anschluss engagiert. Die Veranstaltung war Teil des Programms von „Wir in Dorsten gegen Rechts“ zur politischen Bildung in der Stadt.
Dabei belegen 88.000 ausgewertete Studien, dass 99,9 Prozent der Klimaforscherinnen und -forscher den Menschen als Hauptursache der Erderwärmung benennen. „Das ist keine Meinung, das ist Physik“, sagte Jelinek.








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