Das Grundgesetz wird 75 Jahre

Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ lädt zur Teilnahme an zwei Veranstaltungen im Rahmen der „Dorstener Tage des Grundgesetzes“ ein

Deutschland feiert in diesem Jahr das 75-jährige Bestehen des Grundgesetzes. Dieses Jubiläum bietet nicht nur die Gelegenheit, den Gesetzestext zu würdigen, sondern auch die Grundlagen unseres menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens zu reflektieren. Vor 75 Jahren wurde das Grundgesetz als Schutzwall gegen die Wiederkehr eines nationalsozialistischen Terrorstaates errichtet. In Zeiten, in denen sowohl externe als auch interne Bedrohungen unsere freie und friedliche Gesellschaft gefährden, ist es von großer Bedeutung, sich für die Werte des Grundgesetzes einzusetzen. In diesem Kontext setzt sich das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ aktiv für Menschenwürde, Demokratie und Respekt ein.

Die Stadt Dorsten veranstaltet seit 2018 gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern die „Dorstener Tage des Grundgesetzes“. Auch in diesem Jahr können sich die Besucher auf ein vielfältiges Programm freuen, das beeindruckende Veranstaltungen aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens bietet.

Das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ lädt daher herzlich zur Teilnahme an zwei herausragenden Veranstaltungen ein:

Am Donnerstag, dem 2. Mai 2024, um 19:00 Uhr findet im Altstadttreff eine Veranstaltung statt, die sich mit der gezielten Nutzung sozialer Medien durch rechtsextreme Gruppen zur Rekrutierung von Anhängern und Beeinflussung von Wahlen beschäftigt. Der renommierte Journalist, Unternehmer und politische Influencer Marc Raschke wird einen Vortrag halten und im Anschluss eine Diskussion leiten. In seinem Vortrag wird Marc Raschke Anregungen und Ansätze präsentieren, wie diesem Phänomen entgegengewirkt werden kann. Er wird aufzeigen, warum es wichtig ist, unsere Demokratie auch im digitalen Raum zu verteidigen und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Dabei wird er auf die Rekrutierung von Anhängern durch rechtsextreme Gruppen eingehen und die Auswirkungen auf demokratische Prozesse und Wahlen beleuchten. Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Westfalen angeboten.

Marc Raschke
Politologe, Unternehmer
Influencer

Am Mittwoch, dem 8. Mai 2024, 19:00 Uhr, wird Thomas Laschyk, Gründer der renommierten Initiative „Volksverpetzer“, sein neues Buch vorstellen und dabei über die zunehmende Bedeutungslosigkeit von Fakten, Wissenschaft und verlässlichen Quellen in unserer heutigen Meinungsbildung sprechen. In seinem Buch „Werbung für die Wahrheit“ ermutigt Laschyk dazu, mehr Wahrheit zu verbreiten und weniger Zeit mit der Widerlegung von Lügen zu verschwenden. Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich mit einem Experten auf diesem Gebiet auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen. Diese Lesung findet ebenfalls im Altstadttreff statt.

Thomas Laschyk
Journalist, Blogger, Onlineaktivist. Leitender Redakteur und Geschäftsführer von Volksverpetzer.

Die Veranstaltungen verdeutlichen die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den neuen Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Die Verbreitung von Fake News und die gezielte Nutzung sozialer Medien durch Gruppen, die unsere Demokratie gefährden, stellen eine ernste Bedrohung dar. Es ist von großer Bedeutung, Strategien zu entwickeln, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und unsere Werte zu verteidigen.

Das Bündnis Wir in Dorsten gegen Rechts ruft alle Bürger*innen dazu auf, an den Veranstaltungen teilzunehmen, um gemeinsam über diese Fragen nachzudenken und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten. Es liegt an uns allen, die Wahrheit zu verbreiten und die Demokratie auch im Netz aktiv zu verteidigen.

Programm zum Download:

Lesung: Unter Nazis – Jung, ostdeutsch und gegen Rechts

Junger Zwickauer setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus: Jakob Springfeld präsentiert sein Buch im Jüdischen Museum Westfalen

Der junge Aktivist Jakob Springfeld teilte im Jüdischen Museum Westfalen seine Lebensgeschichte und seinen Kampf gegen den Rechtsextremismus mit den Besuchern. Bei einer bewegenden Veranstaltung las er aus seinem gerade veröffentlichten Buch, das er zusammen mit dem Journalisten Issio Ehrich geschrieben hat.

Springfeld, der in Zwickau aufgewachsen ist, sprach offen über die Herausforderungen seiner Jugend in einer Stadt, die zunehmend von rechtsextremen Einstellungen geprägt war. Er erzählte von Rassismus und offener Nazi-Symbolik, mit der er und andere konfrontiert waren. Dadurch verdeutlichte er die Ernsthaftigkeit der heutigen politischen und sozialen Lage.

Der Wendepunkt hin zum Aktivismus kam für Springfeld mit der Gründung der Zwickauer “Fridays for Future”-Gruppe. Schnell wurden er und seine Mitstreiter Zielscheibe rechtsextremer Anfeindungen, was die untrennbare Verbindung zwischen Umweltschutz und dem Kampf gegen Rechtsextremismus verdeutlichte.

Jakob Springfeld liest im Jüdischen Museum Westfalen

Bei der Veranstaltung teilte der engagierte junge Mann persönliche Anekdoten und las Auszüge aus seinem Buch vor, in denen er auch seine Zweifel und Ängste nicht verschwieg. Seine klare Botschaft lautete: “Ich gebe den Rechten keinen Raum.” Damit steht er symbolisch für eine junge Generation in Ostdeutschland, die sich entschieden gegen das Erbe des Rechtsextremismus stellt und für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft eintritt.

Sein Buch “Unter Nazis: Jung, ostdeutsch und gegen Rechts” ist nicht nur ein Zeugnis des Widerstandsgeistes, sondern bietet auch eine gründliche Analyse der sozialen Bedingungen, die Rechtsextremismus begünstigen. Dabei werden auch die vielfältigen Widerstände, mit denen Aktivisten konfrontiert sind, nicht ausgespart. Die Darstellung der unterschiedlichen Hintergründe der Jugendlichen, die sich dieser Bewegung anschließen, zeigt eine breit aufgestellte Bewegung, die sich der extremistischen Bedrohung entgegenstellt.

Das Buch ist somit nicht nur ein Ausdruck individuellen Muts, sondern auch eine unverzichtbare Quelle für jeden, der tiefer in die komplexen Gegebenheiten Ostdeutschlands und die dortigen politischen sowie sozialen Strömungen eintauchen möchte. “Unter Nazis” ist eine bedeutende Lektüre, die das Bewusstsein stärkt und zur aktiven Auseinandersetzung mit einem der drängendsten Probleme unserer Zeit ermutigt.

“Unter Nazis. Jung, ost- deutsch, gegen rechts”

“Unter Nazis. Jung, ost- deutsch, gegen rechts” – Lesung von Jakob Springfeld im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten

Das Bündnis “Wir in Dorsten gegen Rechts” und das Jüdische Museum Westfalen laden herzlich zu einer Lesung mit Jakob Springfeld ein. Die Veranstaltung mit dem Titel “Unter Nazis. Jung, ost- deutsch, gegen rechts” findet am 19. März 2024 um 19:00 Uhr im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten statt.

Gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich präsentiert der Zwickauer Klima- und Antifa-Aktivist Jakob Springfeld sein Buch “Unter Nazis”, in dem er seine persönliche Geschichte und die harte Realität junger Antifaschist*innen in Städten wie Zwickau schildert. Dabei werden Themen wie Drohungen, Gewalt und Angst, aber auch die Möglichkeit progressiver Veränderungen in solchen Städten beleuchtet.

Die Lesung wird kostenlos angeboten, jedoch ist eine Anmeldung unter dem Vermerk “Jakob Springfeld” bei ki@kreis-re.de erforderlich. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Recklinghausen und dem Bündnis “Wir in Dorsten gegen rechts” im Rahmen der “Internationalen Wochen gegen Rassismus” statt.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, an dieser Lesung teilzunehmen, Jakob Springfeld bei seiner Lesung zu erleben und im Anschluss mit ihm über das Erlebte ins Gespräch zu kommen.

Zur Person: Jakob Springfeld ist ein Klima- und Antifa-Aktivist aus Zwickau. Gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich hat er das Buch “Unter Nazis” geschrieben, in dem er seine persönliche Geschichte und die Realität junger Antifaschist*innen in Ostdeutschland thematisiert. Springfeld setzt sich für eine laute Stimme der ostdeutschen Zivilgesellschaft ein und engagiert sich gegen Rechtsradikalismus. Sein Buch soll sowohl als Warnsignal dienen als auch als Hoffnungsschimmer für progressive Veränderungen in Städten wie Zwickau.

Bildnachweis: Calvin Thomas